Budget für die erste eigene Wohnung
Aktualisiert: 2026-09-24 · Von Andrei und Nada Argyo — sie bauen SwissBudget+ in Luzern und budgetieren selbst so.
Die Miete ist die Zahl, die jeder kennt. Bei der ersten eigenen Wohnung sind es aber die anderen Zahlen, die überraschen: die Kaution, die Nebenkostenabrechnung und die Rechnungen, die bisher die Eltern bezahlt haben. Diese Anleitung trennt das Budget in drei Teile, damit nichts davon im ersten Jahr unerwartet kommt.
Teil 1: Was vor dem Einzug fällig ist
- Mietkaution. Das Gesetz erlaubt höchstens drei Monatsmieten. Das Geld liegt auf einem Sperrkonto auf deinen Namen und du bekommst es beim Auszug zurück. Statt der Kaution bieten viele Anbieter eine Kautionsversicherung an: Dann zahlst du eine jährliche Prämie, bekommst diese aber nie zurück.
- Umzug. Transporter oder Umzugsfirma, Material, vielleicht ein Tag frei.
- Einrichtung. Bett, Tisch, Küchensachen, Lampen. In vielen Schweizer Wohnungen fehlen die Deckenlampen, das merkt man meistens erst am ersten Abend.
- Anmeldung bei der Gemeinde. Nach dem Umzug musst du dich innerhalb der Frist deiner Gemeinde anmelden, meistens 14 Tage. Das kostet oft eine kleine Gebühr.
Diese Kosten sind einmalig. Spar sie vorher zusammen, damit die ersten Monate nicht mit einem Minus beginnen.
Teil 2: Was jeden Monat läuft
- Miete und Nebenkosten-Akonto. Das Akonto ist eine Vorauszahlung. Einmal im Jahr kommt die Abrechnung, und dann gibt es Geld zurück oder eine Nachzahlung.
- Strom. Wird oft separat vom Elektrizitätswerk verrechnet, nicht über die Nebenkosten. Manchmal quartalsweise.
- Internet und Handy.
- Krankenkasse. Wenn du bisher über die Eltern versichert warst: Die Rechnung kommt jetzt zu dir.
- Essen und Haushalt. Putzmittel, Toilettenpapier, Abfallsäcke. Letztere sind in vielen Gemeinden gebührenpflichtig.
Teil 3: Was einmal im Jahr kommt
Das ist der Teil, an dem erste Budgets scheitern. Diese Rechnungen kommen selten, dafür auf einmal:
- Serafe. Die Radio- und Fernsehabgabe zahlt jeder Haushalt, auch ohne Fernseher. Sie kommt mit deiner eigenen Adresse automatisch.
- Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung. Viele Vermieter verlangen eine Haftpflicht. Die Prämie kommt meistens als Jahresrechnung.
- Nebenkostenabrechnung. Nach einem kalten Winter kann eine Nachzahlung kommen.
- Steuern. Wer zum ersten Mal selbst Steuern bezahlt, bekommt die erste Rechnung oft erst im Jahr danach. Leg trotzdem ab dem ersten Monat dafür zurück.
Schätze jede dieser Rechnungen, teile sie durch zwölf und leg den Betrag monatlich zur Seite. Dann bezahlst du sie aus der Rückstellung, nicht aus dem Lohn des Monats, in dem sie zufällig kommen.
Eine einfache Regel für den Anfang
Führe die ersten drei Monate jede Ausgabe mit. Danach weisst du, was die Wohnung wirklich kostet, und kannst die Beträge im Budget anpassen. Schätzungen vor dem Einzug liegen fast immer zu tief, am häufigsten bei Essen und Haushalt.
Wenn du es nicht von Hand machen willst
SwissBudget+ ist für genau so ein Budget gebaut: Miete, Nebenkosten, Krankenkasse und Serafe als eigene Kategorien, Rückstellungen für die Jahresrechnungen und eine Schätzung der Steuern nach Kanton und Gemeinde, damit die erste Steuerrechnung keine Überraschung ist. Kein Konto, keine Cloud, keine Werbung, keine Bankverbindung. Die Zahlen bleiben auf deinem Handy, und die App ist gratis.