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Budget erstellen in der Schweiz

Was ein Schweizer Budget von anderen unterscheidet

Wer aus dem Ausland hierher zieht, unterschätzt meistens dieselben drei Posten. Die Krankenkasse zahlst du selbst, pro Kopf, und sie wird nicht vom Lohn abgezogen. Die Steuern kommen bei den meisten Angestellten ebenfalls als eigene Rechnung, oft in Raten, manchmal ein Jahr im Rückstand. Dazu die Serafe-Abgabe pro Haushalt.

Diese drei allein können den grössten Block nach der Miete ausmachen. Ein Budget, das sie nicht einplant, sieht elf Monate lang gut aus und kippt im zwölften.

Die Vorlage: fünf Blöcke

Mehr als fünf Blöcke braucht niemand. Alles, was du aufschreibst, gehört in einen davon:

  1. Einnahmen — Nettolohn, Nebeneinkünfte, Familienzulagen, Alimente.
  2. Fixkosten — Miete, Nebenkosten, Krankenkasse, Abos, Versicherungen, ÖV.
  3. Rückstellungen — alles, was jährlich oder unregelmässig kommt, geteilt durch zwölf.
  4. Variable Kosten — Einkauf, Auswärtsessen, Kleider, Freizeit, Coiffeur.
  5. Sparen — Notgroschen zuerst, danach Ziele wie Ferien, Auto, Wohnung.

Rechne alles auf einen Monat herunter. Eine Jahresrechnung von 1200 Franken ist im Budget kein Ereignis im März, sondern 100 Franken pro Monat — das ganze Jahr.

Die Kategorien, die am häufigsten vergessen gehen

Die Fixkosten kennt jeder. Diese hier tauchen in fast jedem ersten Budget nicht auf:

Die Budgetberatung Schweiz veröffentlicht Merkblätter mit Richtwerten für verschiedene Haushaltsgrössen. Nimm sie als Vergleich, nicht als Vorgabe: Miete und Krankenkasse unterscheiden sich zwischen Genf und Appenzell stärker als jeder Durchschnittswert.

Rückstellungen: der Teil, der das Budget rettet

Eine Rückstellung ist Geld, das du diesen Monat nicht ausgibst, weil es zu einer Rechnung gehört, die später kommt. Rechne jede unregelmässige Ausgabe aufs Jahr, teile durch zwölf, und behandle den Betrag wie eine Fixkostenposition.

Für die Steuern lohnt sich ein eigenes Konto oder wenigstens eine eigene Zeile. Wer die Steuerrechnung aus dem laufenden Monat bezahlt, verschiebt das Problem nur.

Der 13. Monatslohn gehört nicht dem Dezember

Ein 13. Monatslohn ist kein Bonus, sondern ein Zwölftel deines Jahreslohns, das später ausbezahlt wird. Zwei Wege funktionieren: entweder du rechnest ihn gar nicht ins Monatsbudget ein und nutzt ihn im Dezember für Steuern und Rückstellungen — oder du verteilst ihn rechnerisch auf zwölf Monate. Beides ist sauber. Ihn im Dezember als Extrageld zu behandeln und im Februar die Steuerrechnung zu bekommen, ist es nicht.

Budget für verschiedene Situationen

Einzelperson. Der Anteil der Fixkosten ist am höchsten, weil Miete und Krankenkasse nicht geteilt werden. Der Notgroschen ist dafür wichtiger als jedes Sparziel.

Paar. Klärt zuerst, was gemeinsam und was getrennt läuft. Ein gemeinsames Konto für Fixkosten und Rückstellungen, der Rest getrennt, erspart die meisten Diskussionen.

Familie mit Kindern. Kinderbetreuung, Krankenkasse pro Kind und Zulagen gehören von Anfang an ins Budget. Mit dem Schuleintritt verschiebt sich der Block von Betreuung zu Freizeit, Lager und Material.

Studium. Unregelmässige Einnahmen sind der schwierige Teil. Budgetiere mit dem tiefsten Monat, nicht mit dem Durchschnitt.

Erste eigene Wohnung. Neben der Miete kommen Kaution, Nebenkosten, Hausrat- und Haftpflichtversicherung, Serafe und die Einrichtung. Plane die einmaligen Kosten getrennt vom laufenden Budget.

Papier, Excel oder App?

Papier und Excel funktionieren, solange du sie jeden Monat wirklich anfasst. Eine Excel-Vorlage für die Schweiz ist schnell gebaut: die fünf Blöcke oben als Zeilen, zwölf Spalten für die Monate, eine Summenzeile.

Der Vorteil einer App ist, dass die Rückstellungen automatisch weiterlaufen und du die Ausgabe im Laden erfasst statt am Sonntagabend aus Belegen zu rekonstruieren. Der Nachteil vieler Apps: Konto, Cloud, Bankanbindung, Werbung.

Häufige Fragen

Wie viel soll ich sparen? So viel, dass du es zwölf Monate durchhältst. Ein Betrag, den du im dritten Monat wieder antastest, war zu hoch angesetzt.

Brauche ich eine Bankanbindung? Nein. Sie spart Tipparbeit und kostet dafür den Zugriff auf deine Kontodaten. Ein Budget funktioniert vollständig ohne.

Wie lange dauert es, bis ein Budget stimmt? Etwa drei Monate. Die ersten beiden sind Datensammeln, im dritten stimmen die Zahlen ungefähr.

Und wenn du es nicht von Hand machen willst

SwissBudget+ ist genau für dieses Budget gebaut: Kategorien und Rückstellungen wie oben, eine Steuerschätzung nach Kanton und Gemeinde, Sparziele. Ohne Konto, ohne Cloud, ohne Werbung, ohne Bankanbindung — alle Zahlen bleiben auf deinem Handy. Die App ist gratis.

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